Wirtschaft

Alle Beiträge mit dem Schlagwort Wirtschaft.

Hamburg muss bis zu einer Milliarde Euro jährlich einsparen – also rund zehn Prozent des gesamten Haushaltes. Die Stadt habe seit Jahren über ihre Verhältnisse gelebt, und die Senate hätten jahrzehntelang eine sehr “kreative Buchführung” betrieben, hat CDU-Bürgermeister Ole von Beust jetzt gestanden. Blut, Schweiß und Tränen stehen den Hanseaten bevor.
Ein Kommentar.

Es kommt vor, dass man versehentlich ein Sprichwort verdreht. Da kauft man dann die Kirche im Sack und lässt die Katze im Dorf. Weniger komisch gerät das Ganze, wenn aus einer verdrehten Lebensweisheit eine verquere Politik erwächst. Der für jeden Privatmann ewig gültige Satz “Spare in der Zeit, so hast du in der Not” gehört zu den Weisheiten, die Staatenlenker seit Jahrzehnten falsch verstehen. Auch Hamburgs Senate haben eher nach dem Motto “Prasse in der Zeit, und spare in der Not” gelebt. Zurückgelegt wurde fast nie etwas. Erst wenn die Pleite drohte, wurden Stellen, Leistungen und Gedöns gestrichen.

So richtig der keynesianische Ansatz sein mag, in der Krise die staatlichen Ausgaben zu erhöhen, so fatal ist es, dass die Politik sich niemals an die zweite Hälfte der Lehre des Ökonomen John Maynard Keynes gehalten hat. Die nämlich heißt: Spare in der Zeit. In Boomphasen sollten die Staatsdefizite ausgeglichen werden. Geschehen ist das nie.

Das Ganze hat einen simplen Grund: Weiterlesen »

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Der Medienjournalist Stefan Niggemeier hat in seinem Blog die Einführung von Bezahlinhalten beim “Hamburger Abendblattkritisiert – und ist dabei mit einem Artikel des Abendblatt-Vizechefredakteurs Matthias Iken hart ins Gericht gegangen. Dieser hatte in dem Beitrag “Den Webfehler endlich beheben” die Paid-Content-Offensive begründet und eine “Freibier-Mentalität” im Netz moniert. Niggemeier nennt Iken einen “dahergelaufenen Vize-Chefredakteur” und geißelt dessen Text. Konstruktive Vorschläge zur Rettung des weltweit in seiner Existenz bedrohten Journalismus hat Niggemeier nicht zu bieten. Ein offener Brief.

Lieber Stefan Niggemeier,

man kann über Texte streiten. Man kann Formulierungen in Editorials kritisieren und über das unsichere Hin oder Her der Verlage in Sachen Bezahlinhalte im Netz lästern. Man kann auch erläutern, warum Werbung im Internet nicht mehr viel einbringt. Man kann zum x-ten Mal die notorischen Datensammler von Google als Beispiel für alles und jedes preisen (und diese weltweit agierende Firma sogar zum Maßstab für eine naturgemäß örtlich begrenzt handelnde Regionalzeitung erheben). Von mir aus. All das aber beantwortet nicht die zentrale Frage: Wie kann Qualitätsjournalismus in Zukunft finanziert werden?

Angesichts der schwindenden Printauflagen, der Abwanderung von Werbung ins Internet, wo sie aber (Sie haben erläutert, warum) kaum Geld einbringt, wird in den Redaktionen immer stärker gespart. Journalisten sind immer höheren Belastungen ausgesetzt, sie müssen mit weniger Kollegen immer mehr und immer komplexere Aufgaben übernehmen. Weil die Geschäftsmodelle der Vergangenheit nicht mehr funktionieren und journalistische Inhalte seit Jahren verschenkt werden, droht eine Abwärtsspirale mit sinkender Qualität, sinkenden Einnahmen, neuen Sparrunden und weiter sinkender Qualität. Das ist es, worauf der Kollege Iken verweist, wenn er schreibt: “Wer Qualitätsjournalismus zum Nulltarif will, will keinen Qualitätsjournalismus.”

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Dass Schwarz-Grün das Leitbild der „Wachsenden Stadt” abgeschafft hat, erweist sich als Fehler. Vor allem die Wirtschaft beklagt, dass die ausgefeilte Wachstumsstrategie, die dahinter stand, durch den inhaltsleeren Slogan “Wachsen mit Weitsicht” ersetzt wurde. Anstatt Hamburg mit einem Gesamtkonzept international gut zu positionieren, verkämpft sich der Senat im Klein-Klein und in der Schulreform. Wo er wirklich hin will, scheint er selbst nicht so genau zu wissen.

Dieser Stadt, so scheint es, ist etwas abhanden gekommen. Schleichend, man kann nicht einmal genau sagen, wann es begonnen hat. Aber die Aufbruchstimmung, die die ersten Jahre der Ole-von-Beust-Regierung auszeichnete, hat sich verkrochen irgendwo im herbstlichen Frühnebel zwischen Michel und Rathaus. Weiterlesen »

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Mitunter gehören Überraschungen zu den langweiligsten Dingen im Leben. Früher einmal hat mich meine Freundin am Vorabend meines Geburtstags mit fadenscheinigen Begründungen aus der Wohnung geschickt. Als ich nach Mitternacht zurückkehrte, war die Bude voll mit grölenden und meine Bierreserven vernichtenden Menschen, die mich zum Älterwerden beglückwünschen wollten. Beim ersten Mal habe ich mich gefreut. Im zweiten Jahr auch noch ein wenig (diesmal hatte ich zusätzliches Bier besorgt). Irgendwann nach dem fünften Mal ging die Beziehung in die Brüche.

So ähnlich ist es mit dem Ifo-Geschäftsklimaindex. Weiterlesen »

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