Frauen

Alle Beiträge mit dem Schlagwort Frauen.

Gemeinsame Desinteressen und gelegentliche Suchspiele in der Küche gehören zu jeder guten Ehe.

Hamburger sind die glücklichsten Deutschen mit den dümmsten Kindern. Das ist, grob zusammengefasst, das Ergebnis zweier jüngerer Vergleichsstudien zu Zufriedenheit und Bildungssystem. Insofern stimmt womöglich, dass Dummheit glücklich macht. In einem Woody-Allen-Film, ich habe vergessen, in welchem, fragt Allen ein glückliches Paar auf der Straße nach dem Geheimnis seiner Zufriedenheit, und die Antwort lautet: „Wir sind beide total oberflächlich und interessieren uns für gar nichts.“ Unter paartherapeutischen Gesichtspunkten ist es sicher ein Vorteil, wenn sich Partner für dieselben Dinge interessieren (in diesem Fall beide für nichts). Andererseits kann es eine Ehe auch in Schwung halten, wenn die Gatten unterschiedlichen Hobbys nachgehen, solange man seinen Partner gelegentlich teilhaben lässt.

Meine Frau zum Beispiel spielt Tennis und Verstecken. Ersteres mit Freundinnen, Zweiteres mit mir. Etwa alle drei Tage erscheint es ihr zu langweilig, dass Teller oder Becher noch da stehen, wo sie schon gestern standen. Also räumt sie um und platziert alles viel effizienter als zuvor. Ich habe nichts gegen die Optimierung der Welt, werde aber gerne zeitnah über zivilisatorische Fortschritte in meinem Umfeld informiert.

Kürzlich kam ich mit Besuch nach Hause (meine Frau war beim Tennis) und versprach einen Weiterlesen »

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In Hamburg ist der deutsche Islamist Pierre Vogel am Dammtor-Bahnhof aufgetreten. Während er eine Rückkehr ins Mittelalter propagierte, haben ihm 1000 Muslime zugejubelt und im Regen ihren Gott angebetet. Müssen wir jetzt Angst haben? Ein Kommentar.

Mitten in Hamburg, direkt am Dammtor-Bahnhof, werfen sich 1000 Muslime in strömendem Regen zu Boden und preisen Allah. Auf der Bühne steht ein dicklicher Mann mit rotem Bart und behauptet auf Rheinländisch, Frauen würden im Islam nicht gezwungen, sich zu verschleiern. Dazu macht er Witze über Damenbärte. Der Salafist und frühere Boxer Pierre Vogel hat in Hamburg eine bedingt komische Predigt über den Islam gehalten, so wie er ihn versteht – als ein Zurück ins Mittelalter. Zum ersten Mal haben dabei Muslime mitten in der Stadt unter freiem Himmel gebetet. Zugegeben, ein ungewohntes Bild. Und doch: Mir jagt all das keine Angst ein. Warum auch?

Der deutsche Konvertit Vogel ist ein schräger Typ, ein bunter Hund, der deutsche Komiker des Islamismus. Er spricht mit seiner betont lockeren Art vor allem junge deutsche Muslime mit Migrationshintergrund an. Was er aber zumindest öffentlich nicht tut: Er ruft nicht zu Hass und Gewalt auf. Man kann das für eine Finte halten. Verfassungsschützer warnen davor, Weiterlesen »

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Ein harmonisches Familienleben bedarf vor allem einer guten Organisation. Möglicherweise gibt es jetzt eine Formel dafür. Falls die nicht funktionieren sollte, empfehlen wir ein Lied.

Gesetzt den Fall, Sie haben ein bis viele Kinder, und beide Eltern arbeiten, dann wissen Sie, dass Sie genau zwei Dinge zum Überleben brauchen: eine perfekte Organisation – und tiefste Gelassenheit angesichts der Erkenntnis, dass das Chaos am Ende immer siegt. Vielleicht hilft es ein wenig, seine Nachkommen durchzunummerieren, wie es ein Facebook-Freund tut, der seine Kinder jetzt K1, K2 und K3 nennt. Er behauptet zwar, er wolle bloß ihre Namen im Internet schützen, aber es steckt sicher etwas anderes dahinter: Er hat eine Formel gefunden, mit der er das Leben perfekt organisiert. Und in Formeln heißen Variablen nicht Max oder Sarah, sondern X oder K. Seine Frau nennt er vermutlich F, wobei ich nicht weiß, ob eine Nummernbeifügung in diesem Fall nötig ist, er kommt aus Altona und nicht aus Abbottabad.

Der dort kürzlich verstorbene Osama brauchte sicher F-Nummern, auch wenn ich wegen der verwirrenden Nachrichten nicht begreife, welche seiner Frauen ihn verriet und welche die Soldaten mit einem Schuh angriff oder was nun. Auch weiß ich nicht, wie ich die Schlagzeile „Unbewaffneter Bin Laden wehrte sich gegen Soldaten“ deuten soll. Vermutlich zeigte er dem Spezialkommando einen gefährlichen Stinkefinger oder bewarf es mit der zerknüllten Burka der Verräterin. Weiterlesen »

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Es ist Zeit, Waschräume in den U-Bahn-Wagen einzuführen. Rasierspiegel wären auch prima.

Alles immer zack, zack, keine Zeit für Muße, also multitasken wir uns durch den Tag. Auch diese Kolumne befasst sich zwecks Zeitersparnis mit allem gleichzeitig: Glatzenbildung, Lippenstift, Bürgermeister und Nahverkehr.

Fangen wir irgendwo an und stellen uns eine junge Frau vor, sagen wir 22, mit langen blonden, aber ungekämmten Haaren, einem hübschen ungewaschenen Gesicht nebst vollen, aber trockenen Lippen. Diese Frau taucht neuerdings jeden Morgen neben mir in der U-Bahn auf und nutzt die Fahrt von irgendwo im Norden bis in die Innenstadt, um sich von einem verschlafenen Mädchen in einen Vamp zu verwandeln. Die Metamorphose beansprucht etwa zehn Stationen und beginnt mit Weiterlesen »

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Der Hamburger Justizsenator Steffen (GAL) ist Mitautor eines grünen Männermanifests. Er fordert Freiheit fürs starke und Quoten fürs schwache Geschlecht. Ein Interview.

Herr Senator, Sie wurden nicht als Mann geboren. Könnten Sie uns das kurz erläutern?

Till Steffen auf dem Spielplatz

Ausriss aus der WELT: Der grüne Senator Till Steffen auf einem Spielplatz in Hamburg-Eimsbüttel. (Foto: Fabricius)

Till Steffen: Sie spielen auf das grüne Männermanifest an, in dem es heißt: “Man wird nicht als Mann geboren, man wird dazu gemacht.”

Genau. Wer oder was hat Sie demnach zum Mann gemacht?

Steffen: Auch ich bin in Deutschland groß geworden, wo schon im Kindergarten die Rollenerwartungen vorhanden waren.

Die 21 prominenten Grünen-Politiker aus ganz Deutschland, die das Manifest unterzeichnet haben, bezeichnen sich darin selbst als “männliche Feministen”. Heißt das, Männer sollen sich über das Thema Frauenrechte definieren?

Steffen: Nicht nur. Aber auch. Wir haben die Bezeichnung “männliche Feministen” als bewusste Provokation gewählt. Wir wollen, dass Männer sich an der feministischen Debatte, also an der Debatte um die Gleichberechtigung der Geschlechter, beteiligen. Diese Debatte ist in den letzten Jahrzehnten fast ausschließlich von Frauen geführt worden. Aus der Gleichberechtigung können aber auch Männern neue Freiheiten erwachsen. Dafür müssen sie sich aber auch an der Diskussion beteiligen. Auch die Frauen müssen sich bewegen. Aus der Frauendebatte muss eine gleichberechtigt geführte Gleichberechtigungsdebatte werden.

Welche neuen Freiheiten versprechen Sie den Männern?

Steffen: Die festgelegten Geschlechterrollen sind ja auch für Männer ein Korsett, das ihnen mehr schadet als nützt. Es ist immer noch so, dass von den Männern in der Regel verlangt wird, die Familien zu ernähren. Es ist für Männer schwieriger als für Frauen, Zeit für Kinder einzufordern. Die Debatte um Gleichberechtigung muss auch eine Debatte sein, die Männerrechte stärker in den Vordergrund rückt. Und die den Männern zugleich sagt: “Gebt Macht ab! – Es lohnt sich.”

Eine abstrakte Debatte wird womöglich nicht viel nützen.

Steffen: Zunächst geht es darum, das Bewusstsein zu stärken, dass wir mit der Gleichberechtigung längst nicht am Ziel sind. Frauen machen zwar häufiger Karriere als früher. Wenn es um die echten Spitzenpositionen geht, um Vorstandsposten oder Chefredakteursstellen, um mal in Ihrem Bereich zu bleiben, dann ist Schluss mit der Gleichberechtigung, dann besetzen die Männer die wichtigen Posten.

Und was wollen die Grünen konkret dagegen unternehmen? Weiterlesen »

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