FDP

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Die Haushaltsdebatte ist für die Opposition traditionell der Moment der Generalabrechnung mit der Regierung. In der Hamburger Bürgerschaft war das für die vier opponierenden Fraktionen aus CDU, GAL, Linke und FDP nicht so einfach – denn SPD-Bürgermeister Olaf Scholz und sein Senat haben bisher kaum etwas falsch gemacht. Eines aber haben sie bei dem versprochenen “guten Regieren” vergessen. Ein Kommentar.

Nein, die Opposition hat es nicht leicht mit diesem Olaf Scholz. Der SPD-Bürgermeister hat in den ersten neun Monate seit der Wahl keine großen Fehler gemacht, sondern begonnen, seine Versprechen, das “Arbeitsprogramm” seines Senates, abzuarbeiten. In seiner spröden, bisweilen langweiligen Art hat Scholz genau das getan, was er gesagt hat: Er hat mit dem Vertrag für Hamburg den von CDU und GAL sträflich vernachlässigten Wohnungsbau zum zentralen Thema gemacht. Er hat die Studiengebühren abgeschafft und die Kitagebühren wieder gesenkt. Er hat die Stadtbahn verworfen. Er hat begonnen, eine umfassendere Betreuung in Kitas und Schulen zu organisieren. Und er hat das Augenmerk des Senats wieder stärker auf Hafen und Industrie gelenkt – Bereiche hoher Wertschöpfung, die auf der Prioritätenliste von CDU und GAL zuletzt erkennbar nach unten gerutscht waren. Ob all diese Entscheidungen richtig sind, darüber lässt sich streiten. Eines aber ist klar: Scholz hat getan, was er vor der Wahl gesagt und wofür er ein klares Votum bekommen hat.

Die Opposition in ihrer Not, allen voran CDU-Fraktionschef Dietrich Wersich, hat Scholz nun bei der traditionellen Generalabrechnung “Ideenlosigkeit” vorgeworfen. Seine Politik sei blass und phantasielos. Das mag man so sehen. Allerdings muss man konstatieren, dass die Hamburger offenbar genug hatten von allzu großer Phantasie – nach den Himmelsstürmer-Jahren, in denen die CDU Projekte wie die Elbphilharmonie miserabel plante, mit der GAL holterdipolter das Schulsystem umstürzen wollte, einen Umzug der Uni in den Hafen erwog und die Einführung eines neues Verkehrssystem vorbereitete. Die Hamburger wollten eine nüchterne Politik, sie wollten, dass im Winter gestreut wird, dass die Schlaglöcher beseitigt und die Schulbauten saniert werden. Sie wollten, dass mehr gearbeitet und weniger phantasiert wird. Das haben sie bekommen.

Eines haben sie dagegen von Olaf Scholz bisher nicht bekommen: Weiterlesen »

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Legt man das mittelalterliche Diktum “Viel Feind, viel Ehr” zugrunde, dann gebührt den Hamburger Grünen derzeit die größte Ehrerbietung. Denn die GAL, deren Repräsentanten nach dem Ausstieg aus der schwarz-grünen Koalition vor Kraft kaum laufen konnten, hat sich im Wahlkampf zum Prügelknaben für die versammelte Konkurrenz entwickelt. Die CDU geißelt den untreuen Ex-Koalitionspartner verständlicherweise als unzuverlässig (und fortschrittsbremsend). Das Hauptwahlargument der FDP ist die Verhinderung von Rot-Grün. Für die meisten Linken sind die Grünen besser verdienende Öko-Snobs. Und SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz hat im Wahlkampf so gut wie alle grünen Anliegen vom klimafreundlichen Wohnungsbau bis zur Stadtbahn schlanker Hand kassiert. Im Grunde sind sich CDU, FDP und SPD in den meisten Politikfeldern selten einig – nur die Schmuddelkinder von der GAL müssen draußen bleiben.

Den Grünen könnte das egal sein – Alleinstellungsmerkmale sind schließlich eine feine Sache im Wahlkampf. Dumm für sie aber, dass ihnen das Etikett der Fortschrittsverweigerer und Neinsager allmählich ernstlich zu schaden beginnt. In den Umfragen haben sie binnen kürzester Zeit fünf Prozent vor allem zugunsten der SPD eingebüßt. Und mit der FDP ist ihnen unerwartet Konkurrenz beim Buhlen um die Genossen erwachsen. Mittlerweile wünschen sogar viele CDU-Anhänger SPD-Mann Scholz eine absolute Mehrheit – Hauptsache, die verhassten Grünen regieren nicht wieder mit. Kein Wunder, dass Weiterlesen »

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Lasst Euch nicht blenden! Am Ende kann nur eine Partei halten, was sie im Hamburger Wahlkampf verspricht.

Bisher habe ich immer gedacht, die Linke träte für die Rechte der Schwachen ein, aber jetzt fordern die auf ihren Wahlplakaten allen Ernstes die Abschaffung von Hartz IV. Ja, liebe Linke, wovon sollen die Arbeitslosen denn dann leben? Sollen sie vielleicht auf der Mö betteln gehen, während Euer Vorsitzender mit dem Porsche hinauf zu seiner feinen Almhütte brettert? Oder ist das eine perfide politische Strategie, um die Verelendung zu beschleunigen und die Revolution zu forcieren? Womöglich einer der Wege zum Kommunismus, die Eure andere Vorsitzende alle ausprobieren will?

Aber in Wahrheit verstehe ich viele Plakate nicht. Die grüne Spitzenfrau Anja Hajduk etwa bietet sich als Mathelehrerin an: „Mit mir kann Hamburg rechnen.” Dabei konnte sie als Stadtentwicklungssenatorin jahrelang nicht sagen, was ihre geliebte Stadtbahn kosten würde, weil es Weiterlesen »

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Haben wir uns etwa vertan? Gebührt der Titel “Hamburgs Westerwelle” vielleicht gar nicht Rolf Salo – sondern unserem FDP-Bundestagsabgeordneten Burkhardt Müller-Sönksen (Spitzname: BMS)?

Der liest dem schwarz grünen Senat und CDU-Bürgermeister Ole von Beust nicht nur vom unaufgeräumten Schreibtisch in Hamburg-Mitte aus die Leviten wie Salo – sondern begibt sich dafür gleich ins Reich der Mitte und verstößt auf dem Platz des Himmlischen Friedens gegen das Demonstrationsverbot.

Vorsicht, Rolf Salo! Kaum einer versteht sich besser auf Polit-PR als BMS. Er ist nahe dran, Ihnen den Titel abzujagen.

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BMS, der neue Hamburger Westerwelle?

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Schwarz-Grün in der Krise und die SPD noch mit einem Bein im Intrigensumpf. Gut, dass es auch in Hamburg eine FDP gibt. Leider sitzt sie, seit sie 2001 bis 2004 mit dem Rechtspopulisten Ronald Schill gemeinsame Sache machte, nicht mehr in der Bürgerschaft. Für 2012 aber plant die Partei das große Comeback. Dann wollen die Elbliberalen nicht nur ins Hamburger Parlament zurückkehren.  Sie wollen auch gleich regieren – mindestens so effektvoll wie Guido Westerwelle in Berlin.

Der Hamburger Westerwelle heißt Rolf Salo. Seit Weihnachten arbeitet der hanseatische FDP-Chef an einem Geheimplan zur Reconquista der Macht.

Sehen Sie selbst!
(Das Ende ist besonders beeindruckend, also: Durchhalten!)

NACHTRAG: Leider hat die FDP das schöne Filmchen aus dem Netz genommen. Aber keine Sorge, wir haben es sicher bewahrt. Hier ist es wieder. So einfach lassen wir uns unseren Hamburger Westerwelle nicht nehmen.

Das Wort hat: Rolf Salo.

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Rolf Salo – ein Name, den wir uns merken müssen!

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Gut, dass wenigstens eine Partei in dieser Zeit der windschnittigen Opportunisten noch klar hinter den Prinzipien der Marktwirtschaft steht – und uns die Zukunft erklärt.

Darauf ein Gläschen, Herr Minister Brüderle!

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“Ich freue mich, dass wir zusammenstehen… Auch wenn Schäuble sitzen darf.”

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Noch Fragen?

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Allmählich sehnt man sich nach einem (auch nicht übermäßig hohen) rot-grünen Mindeststandard in Sachen Anstand und Bildung zurück.

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Hier, dank Sascha Lobo, der Redetext des Herrn Oettinger.

Inn enni käs wonn ßink leiss on ße hend: Wie oll nied ße Hootells foa aua welz. Esbeschelli ße Mövenpicks.

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