Ehe

Alle Beiträge mit dem Schlagwort Ehe.

Gemeinsame Desinteressen und gelegentliche Suchspiele in der Küche gehören zu jeder guten Ehe.

Hamburger sind die glücklichsten Deutschen mit den dümmsten Kindern. Das ist, grob zusammengefasst, das Ergebnis zweier jüngerer Vergleichsstudien zu Zufriedenheit und Bildungssystem. Insofern stimmt womöglich, dass Dummheit glücklich macht. In einem Woody-Allen-Film, ich habe vergessen, in welchem, fragt Allen ein glückliches Paar auf der Straße nach dem Geheimnis seiner Zufriedenheit, und die Antwort lautet: „Wir sind beide total oberflächlich und interessieren uns für gar nichts.“ Unter paartherapeutischen Gesichtspunkten ist es sicher ein Vorteil, wenn sich Partner für dieselben Dinge interessieren (in diesem Fall beide für nichts). Andererseits kann es eine Ehe auch in Schwung halten, wenn die Gatten unterschiedlichen Hobbys nachgehen, solange man seinen Partner gelegentlich teilhaben lässt.

Meine Frau zum Beispiel spielt Tennis und Verstecken. Ersteres mit Freundinnen, Zweiteres mit mir. Etwa alle drei Tage erscheint es ihr zu langweilig, dass Teller oder Becher noch da stehen, wo sie schon gestern standen. Also räumt sie um und platziert alles viel effizienter als zuvor. Ich habe nichts gegen die Optimierung der Welt, werde aber gerne zeitnah über zivilisatorische Fortschritte in meinem Umfeld informiert.

Kürzlich kam ich mit Besuch nach Hause (meine Frau war beim Tennis) und versprach einen Weiterlesen »

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Die Hamburger Grünen wollen eine „Ehe light“ einführen.
Es gibt sehr viele sehr gute Gründe dafür.

„Viele Menschen müssen mit ihrer Enttäuschung leben“, hat Al Bundy mal gesagt. „Aber ich muss mit meiner schlafen.“ Al Bundy, Sie wissen schon, das ist dieser erfolg- und ehrgeizlose Schuhverkäufer aus der 90er-Jahre-US-Serie „Eine schrecklich nette Familie“, den seine Ehe mit der dämlichen Kettenraucherin Peg zum Zyniker gemacht hat. Nichts hasst er mehr als den periodischen Zwang, seine ehelichen Pflichten zu erfüllen.

Na klar, aus allgemeinem Lebensleid und nicht genossener Sexualität entstehen die prächtigsten römischen Religionen und die besten Sprüche. Aber das muss ja nicht sein, finden die Hamburger Grünen.

Die Grünen sind ja im Grunde das genaue Gegenteil von Al Bundy: Niemals zynisch, immer gut und gütig, sie lieben Wald, Wolken, Butterblumen und kluge Gespräche, sie sind menschlich und erfolgreich und akademisch und gerecht und tolerant, und bei all dem haben sie natürlich den besten Einblick in die wahren Verhältnisse und tiefsten Realitäten des irdischen Daseins. Deswegen wissen sie um die unerträgliche Weiterlesen »

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Manchmal überschlagen sich die Ereignisse im Leben. Gestern wusste ich noch nicht, was das sein soll, und heute bin ich schon anderthalbseitig ertaubt durch eine Vuvuzela. Ich habe meine Frau früher schon gelegentlich nicht verstanden, aber jetzt höre ich sie auch nicht mehr. Deswegen weiß ich auch nicht, was Sie auf meine Frage antwortete: „Warum im Namen aller kriegslüsternen Xhosa- und Zulu-Götter hast Du diese schwarzrotgelben Plastiktröten Zuhause eingeschleppt? Ich habe nur ein Trommelfell je Seite, und ich brauche sie beide noch ein paar Jahre.“

Meine Frau hat mit ihrem süßesten Unschuldslächeln irgendetwas geantwortet, aber ich bin noch nicht lange genug hörbehindert, um Lippen zu lesen. Sie hat mir dann auf eine aus dem Kinderzimmer gemopste Zaubertafel geschrieben: „Ich wollte Euch eine Freude machen!“ Wie rührend. Ich hätte beinahe geweint, allerdings hatte der Schallschock der WM-Tröten meine Tränenkanäle verödet.

Lassen Sie sich mein Schicksal bitte eine Warnung sein: Händigen Sie Ihren Söhnen niemals Spiel- oder sonstwas für Zeug aus, das sie nicht vorher auf seine Gefährlichkeit getestet haben – schon gar nicht in WM-Zeiten, in denen vor allem männliche Wesen grenzblöde mit allem lärmen, das in Primatenarmweite verfügbar ist. Meine Söhne haben mit den Killertröten sofort Dezibeliade gespielt. Auch meine Schuld, natürlich, da hat Al Bundy Recht: Wer einem Schimpansen eine geladene Knarre reicht, soll sich nicht beschweren, wenn auf ihn geschossen wird. Weiterlesen »

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In einer Serie stellen WELT-Mitarbeiter ihren Lieblingsort in Hamburg vor – erzählen Persönliches, Skurriles und Überraschendes. Teil 16 widmet Jens Meyer-Wellmann einer Bank an der Alster.

Natürlich: Früher war das Gras grüner, der Kohl fetter, und öffentliche Sitzmöbel im Freien sind auch nicht mehr, was sie einmal waren. Das gilt besonders für eine Bank an meinem Lieblingsort, einem kleinen Landvorsprung am Alsterufer der Schönen Aussicht, etwa hundert Meter neben dem Café „Hansa-Steg“. Damals, weit zurück im letzten Jahrtausend, stand dort, wenn mich meine Erinnerung nicht behumpst, eine alte, mit eingeritzten Herzchen übersäte Sitzbank, kaum einen Meter entfernt vom Wasser. Sie duckte sich hinter ein hohes wildgrünes Gestrüpp, dessen sich noch kein Großstadtgärtner angenommen hatte, sodass, wer hier Platz nahm, von der Straße in seinem Rücken aus nicht zu sehen war. Vorne das Wasser, jenseits davon die leuchtende Stadt und ringsherum nichts als wildes Grün.

Früher schützte hohes Gestrüpp die Geheimnisse dieses Ortes, der Bank an der Schönen Aussicht. Foto: Bertold Fabricius - www.pressebild.de

Früher schützte hohes Gestrüpp die Geheimnisse dieses Ortes, der Bank an der Schönen Aussicht. Foto: Bertold Fabricius

Bisweilen tranken Obdachlose hier ungestört ihren Fusel und ließen, während sie über das Glück des offenen Himmels philosophierten, den Blick über das Panorama ihrer Stadt gleiten: links die Kirchen, das Rathaus, mittig die Brücken, dann das herausragende Hotel und der schlanke Fernsehturm.

Wer auf meiner Bank saß, der saß zugleich mitten in der Großstadt und in größter Abgeschiedenheit. Die Geräusche der Autos, Busse und Bahnen, die nach Sonnenuntergang als rote und weiße Punkte über die Kennedy- und Lombardsbrücke schwebten, drangen höchstens als sanftes Gemurmel über die Alster und wurden allenthalben vom Plätschern des Wassers oder dem Quaken rabiater Erpel übertönt.

Ein guter Ort, um ein Kind zu zeugen

Natürlich war dies ein Ort, den man, wenn man sich nicht gerade tiefsinnige Gedanken zu machen gedachte, nicht unbedingt allein aufsuchte. Meine Bank war eine Bank, die (wie fast jede Bank) nach mehr als einem Menschen verlangte, nach einer Gemeinschaft, einem Paar, nach Liebe. Und so kam es, dass ich hier, mit Blick auf die Türme der schlafenden Hansestadt Weiterlesen »

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