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	<title>Kommentare zu: Pariser Fauxpas, oder: Sind uns (gute) Politiker wichtiger als (gute) Politik?</title>
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	<description>Ein Blog über Hamburg, Politik und den Journalismus von morgen</description>
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		<title>Von: Mr. Jibeking</title>
		<link>http://www.buzzmachine.de/2009/09/20/pariser-fauxpas-oder-sind-uns-gute-politiker-wichtiger-als-gute-politik/comment-page-1/#comment-79</link>
		<dc:creator>Mr. Jibeking</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 13:45:57 +0000</pubDate>
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		<description>Das ganze hat viel mit einem weit verbreiteten anti-(partei)politischen Ressentiment zu tun. Ein schönes Beispiel liefert - möglicherweise ungewollt  - Kommentator Harald Behrens. Er schließt sich dem Plädoyer Meyer-Wellmanns zwar an (&quot;... da hat mir der Autor aus der Seele gesprochen...&quot;), kann sich dann aber den Hinweis auf &quot;Bordellbesuche als weihnachtliche Gratifikation&quot; nicht ersparen. Als habe da jemand Angst, sich  als &quot;Sypathisant der politischen Klasse&quot; unmöglich zu machen. 

Die fehlende Bereitschaft, sich zu einem politischen System und seinen Trägern (doch, dazu gehören AUCH die Parteien) zu bekennen, ist tragisch. Genau so tragisch wie die Tatsache, dass wenige Repräsentanten der Politik - die müssen nicht mal hochrangig sein - innerhalb von Minuten einreißen können, was viele ehrliche und im Zweifelsfall kleine Parteimitglieder vorher aufgebaut haben. Tragisch ist auch, dass diese wenigen Einreiß-Repräsentanten ihrerseits politikfeindliche Vorurteile bestärken und der anti-politisch eingestellten Mehrheit wiederum Recht geben. Und tragisch ist, dass die Regeln der Politik so sind, wie sie sind. Und dass jeder Oppositionspolitiker blöd wäre, wenn er den Elfmeter &quot;Dienstwagen-Affäre&quot; der politischen Konkurrenz nicht in eigenem Sinne ausschlachten würde.

Und trotzdem ist die rituelle Empörung über verschiedenfarbige Politiker und ihr Abkassieren scheinheilig, so lange drei Viertel der Empörten die Steuer bescheißt und schulterzuckend drüber hinwegsieht, dass ein zweitklassiger Kicker bei uns mehr Geld kassiert als die Kanzlerin und dass ein Formel-Eins-Fahrer pro Stunde mehr verdient als die viel bemühte Karstadt-Verkäuferin im ganzen Monat.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das ganze hat viel mit einem weit verbreiteten anti-(partei)politischen Ressentiment zu tun. Ein schönes Beispiel liefert &#8211; möglicherweise ungewollt  &#8211; Kommentator Harald Behrens. Er schließt sich dem Plädoyer Meyer-Wellmanns zwar an (&#8220;&#8230; da hat mir der Autor aus der Seele gesprochen&#8230;&#8221;), kann sich dann aber den Hinweis auf &#8220;Bordellbesuche als weihnachtliche Gratifikation&#8221; nicht ersparen. Als habe da jemand Angst, sich  als &#8220;Sypathisant der politischen Klasse&#8221; unmöglich zu machen. </p>
<p>Die fehlende Bereitschaft, sich zu einem politischen System und seinen Trägern (doch, dazu gehören AUCH die Parteien) zu bekennen, ist tragisch. Genau so tragisch wie die Tatsache, dass wenige Repräsentanten der Politik &#8211; die müssen nicht mal hochrangig sein &#8211; innerhalb von Minuten einreißen können, was viele ehrliche und im Zweifelsfall kleine Parteimitglieder vorher aufgebaut haben. Tragisch ist auch, dass diese wenigen Einreiß-Repräsentanten ihrerseits politikfeindliche Vorurteile bestärken und der anti-politisch eingestellten Mehrheit wiederum Recht geben. Und tragisch ist, dass die Regeln der Politik so sind, wie sie sind. Und dass jeder Oppositionspolitiker blöd wäre, wenn er den Elfmeter &#8220;Dienstwagen-Affäre&#8221; der politischen Konkurrenz nicht in eigenem Sinne ausschlachten würde.</p>
<p>Und trotzdem ist die rituelle Empörung über verschiedenfarbige Politiker und ihr Abkassieren scheinheilig, so lange drei Viertel der Empörten die Steuer bescheißt und schulterzuckend drüber hinwegsieht, dass ein zweitklassiger Kicker bei uns mehr Geld kassiert als die Kanzlerin und dass ein Formel-Eins-Fahrer pro Stunde mehr verdient als die viel bemühte Karstadt-Verkäuferin im ganzen Monat.</p>
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		<title>Von: Harald Behrens</title>
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		<dc:creator>Harald Behrens</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 19:27:45 +0000</pubDate>
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		<description>Tja, da hat mir der Autor aus der Seele gesprochen - und das gleichzetig auf äußerst unterhaltsame Art getan. Meinetwegen können die Politiker das Dreifache verdienen (und bekämen meinetwegen auf Wunsch noch kostenlose Bordellbesuche als weihnachtliche Sondergratifikation), solange sie Ihre Diäten/Gehälter wirklich verdienen, das Gros der Politiker würde hingegen - nach wirklich gerechten Maßstäben gemessen - für den Schaden, den sie anrichten, weit über ihr Lebensende Schadensersatz an die Leidtragenden (die Mehrheit der Bevölkerung) zahlen müssen.

Und da soll das gesunde deutsche Volksempfinden sich nicht über die Wähler im amerikanischen Bible Belt aufregen, die ihre Wahlentscheidungen von Seitensprüngen oder allgemein der sexuellen Ausrichtung der Kandidaten abhängig machen - weit entfernt davon sind die Deutschen in ihrer Mehrheit nicht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Tja, da hat mir der Autor aus der Seele gesprochen &#8211; und das gleichzetig auf äußerst unterhaltsame Art getan. Meinetwegen können die Politiker das Dreifache verdienen (und bekämen meinetwegen auf Wunsch noch kostenlose Bordellbesuche als weihnachtliche Sondergratifikation), solange sie Ihre Diäten/Gehälter wirklich verdienen, das Gros der Politiker würde hingegen &#8211; nach wirklich gerechten Maßstäben gemessen &#8211; für den Schaden, den sie anrichten, weit über ihr Lebensende Schadensersatz an die Leidtragenden (die Mehrheit der Bevölkerung) zahlen müssen.</p>
<p>Und da soll das gesunde deutsche Volksempfinden sich nicht über die Wähler im amerikanischen Bible Belt aufregen, die ihre Wahlentscheidungen von Seitensprüngen oder allgemein der sexuellen Ausrichtung der Kandidaten abhängig machen &#8211; weit entfernt davon sind die Deutschen in ihrer Mehrheit nicht.</p>
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